In den letzten Jahren kam es immer wieder zu Augenproblemen bei Jungtauben. Im letzten Sommer haben wir eine Fragebogenaktion durchgeführt und fast 300 Antworten erhalten.
Unter den „andere Impfungen“ waren zahlreiche „Viel-Impfer“, die sowohl RP als auch PHA geimpft haben. 275 Züchter haben die Frage zu den Impfungen bei den Jungtauben 2025 beantwortet.

Eine erfreulicher Nebenbefund der Umfrage war, dass sehr viele Züchter gegen die Jungtaubenkrankheit impfen und erwartungsgemäß von der Jungtaubenkrankheit verschont blieben.


Zurück zu den Augen
Bei den meisten Züchtern waren nur die Jungtauben betroffen. Ganz wichtig zu betonen ist, dass es sich bei der Umfrage um keinerlei Untersuchung handelte, sondern nur um gesammelte Beobachtungen von Taubenzüchtern. Aber selbst ohne Wissenschaftler zu sein, erkennt man, dass der allgemeine Eindruck kein Einzelfall ist: Vorherrschend ist die „trockene dicke Augen Situation“. In nicht wenigen Fällen zieht es sich aber länger hin und dann sind anfangs die Symptome anders als im weiteren Verlauf.
Woher kommen die Veränderungen? Wenn die Augenschleimhäute infiziert sind und durch die Schwellungen nicht mehr so gut von den Augenlidern geschützt und dem Tränenfilm gesäubert werden, dann können sich ganz schnell Bakterien festsetzen und vermehren. Bakterien führen häufig zu einer leichten Gelbfärbung des Schleimes und Verschmutzungen der Augenränder und Nasen.


Da die Erkrankung jetzt in mehreren Jahren große Probleme bei den Jungtauben hervorgerufen hat, hat sich der belgische Kollege DVM Pascal Lanneau, zusammen mit einem Labor, bereitgefunden, intensive Untersuchungen zu starten.
In der Taubenklinik haben wir eine neue Tiermedizinische Fachangestellte, Frau Trinity Burks. Sie spricht hervorragend englisch und hat sich für Sie und uns die Mühe gemacht, den internationalen Fragebogen zu übersetzen, damit es Betroffenen leichter fällt, an der Studie teilzunehmen.
Ablauf bei Teilnahme
Wenn Sie also frisch von dem Problem betroffen sind, dann kommen Sie mit zehn Jungtauben zur Taubenklinik. Bringen Sie bitte fünf ganz frisch betroffene Jungtauben (trockene dicke Augen) und fünf noch gesunde aus dem Schlag mit und wir nehmen von allen zehn Tauben Tupferproben. Ganz wichtig ist, dass Sie zügig kommen und noch keine Vorbehandlungen durchgeführt haben, wenn sie an der Studie teilnehmen möchten.
Diese reine Tupferprobennahme für die Forschung müssen Sie selbstverständlich nicht bezahlen.
Kosten fallen nur wie gewohnt bezüglich Untersuchungen und Behandlungen an. Diese extrem moderne Forschungsmethode kostet zwar recht viel Geld, aber der FCI sponsort die Laboruntersuchungen und der Deutsche Verband übernimmt die Bezahlung dieser Probennahmen für Sie. Deswegen ist das Angebot auch begrenzt und endet, sobald genügend Proben gesammelt werden konnten.
Für eine wissenschaftliche Untersuchung müssen sehr viele Daten erfasst und Fragen beantwortet werden. (Wie viele Jungtauben werden gehalten? Wie viele sind betroffen? Mit welchen Impfstoffen und wann sind die Tauben geimpft? Wann wurden die Tauben gereist? Wie viele Tage nach dem Flug trat das erste Symptom auf? Wie viele Tage ist das her? Ist es ein Gartenschlag oder auf dem Dach? Wurden den Jungtauben früher schonmal Medikamente gegeben? Welche Medikamente waren es? Wann wurden die letzten Medikamente verabreicht? Welche Untersuchungen wurden schon gemacht?) Das benötigt Zeit, planen Sie das bitte bei einem Besuch mit ein und haben gegebenenfalls auch Verständnis dafür, wenn einer Ihrer Züchterkollegen daher länger braucht. Die Ergebnisse der Forschung brauchen immer etwas Zeit und natürlich werden sie nur anonym veröffentlicht, denn der Datenschutz bleibt gewahrt.
Haben Sie noch weitere Fragen? Stellen Sie diese gerne bei Ihrem nächsten Besuch in der Taubenklinik.
Ihr Team der Taubenklinik








